Reinhard Krehl

Ausgangspunkt der Arbeit ist die wechselvolle und große Geschichte des Leipziger Brühls mit seinen Rauchwarengeschäften. Als Pelzhandelzentrum erlangte Leipzig Weltruf. 1943 wurde der Brühl fast völlig zerstört. Nach dem Krieg wurde der Brühl im Stile der Moderne neu gestaltet. In diesem Zuge entstanden viele verschiedene Kunstwerke für den öffentlichen Raum, die heute allermeist wieder verschwunden sind.
In diesen Kunstwerken sind divergierende Geschichtsebenen eingeschrieben: von der Blüte des Handwerks über Staatssozialismus bis hin zum kapitalistischen Neoliberalismus. Inzwischen verweisen sie gleichermaßen auf Fortschritt, Verwerfungen und Zusammenbruch. Die vorliegenden Alu-Elemente stammen vom Fahnen-Monument vor der Brühlpelz-Zentrale. Dieses wurde im Zuge des Citytunnelbaus 2003 abgerissen wurde. Mit seinen Schrammen, seinen Spuren von Straßenstaub und Wetter zeigt es die Narben der Zeit. Es stellt massiv die Fragen nach dem Sinn von Kultur und Kunst für unsere Gesellschaft.

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